Skate 2: Review
Cougar |

Es ist soweit, das schöne New San Vanelona wurde von mir erforscht, was ich von meinen Reisen zu berichten habe und wie gut Skate 2 wirklich ist, erfahrt ihr hier.
Erzähl doch mal…
Eine richtige Story hat Skate 2 eigentlich nicht. Ihr bzw. euer virtuelles Alterego kommt aus dem Knast. Die Stadt hat sich verändert, nachdem sie bei einem Erdbeben teilweise zerstört wurde und die Skater haben es schwerer als jemals zuvor, weil der Bürgermeister Miet-Cops von Mongo eingekauft hat um es den Skatern von New San Van noch schwerer zu machen, an gute Spots zu kommen. Was euch natürlich wenig stört.
Wie ersten Teil ist es allerdings eure Aufgabe wieder durch Fotos und Videos auf euch aufmerksam zu machen und dafür zu Sorgen, dass euer monstermäßiger Skill demnächst auf den Covern von sämtlichen Skatebord-Magazinen steht. Dabei hilft euch, ebenfalls wie im Vorgänger euer gesprächiger Freund, der jede Aktion mit seiner Kamera aufzeichnet.
Wie spielt sich Skate 2 eigentlich…?
Im Grunde wie Skate. Die Hauptsächlichen Änderungen im Spiel beziehen sich auf die zusätzlichen Tricks und die Tatsache, dass man jetzt vom Board absteigen kann um z.B. Treppen raufzulaufen. Da fängt das Elend aber leider auch an. Es ist fast unglaublich,
dass Blackbox es geschafft hat die Steuerung des Spielers beim Laufen so dermaßen zu verhuntzen. Solange man auf dem Board steht, bewegt sich der Spielcharakter katzengleich und zeigt unglaublich akrobatische Talente. Sobald man vom Board absteigt, ist es leichter das Handling mit dem eines Autos ohne Räder zu vergleichen. Man kommt nur mit Übung auch dahin, wo man hin will und ist gerade bei engen Stellen sehr schnell genervt von den plumpen Bewegungen des Spielcharakters. Immerhin hat man es geschafft, dem Skater das laufen zu lehren, das an sich ist schon mal viel wert. Diese neue Fähigkeit kommt auch gleich zum Einsatz, wenn es um eines der neuen Features geht: Das Verschieben, von Objekten. In Skate 2 könnt ihr mit euren Charakter Tische, Bänke, Rails, Ramps und andere Gegenstände so verschieben, dass ihr euren eigenen Spot erstellen könnt. Ein Feature, dass in Tony Hawks zwar schon umgesetzt wurde hier aber ein wenig schöner ins Spiel integriert ist.
Ein weiterer Punkt, der mir nicht nur einmal den letzten Nerv geraubt hat, ist dass sich die Passanten, die meiner Meinung nach ohnehin zu Zahlreich im Spiel vorhanden sind, anscheinend nichts besseres zu tun haben, als genau da Massenaufläufe zu bilden, wo ich gerade eine Challenge machen muss. (Siehe Screenshot). WARUM?! Eine unnötige Erschwernis in meinen Augen, die einem ungeübten Spieler sehr schnell die Lust am Spiel rauben kann. Ganz zu schweigen von den MongoCorp Sicherheitsleuten , die einem das Spiel ebenfalls das eine oder andere Mal fast vermiesen können. Auf dem Screenshot seht ihr meine Challenge, wo ich sie erledigen muss und wo die Passanten stehen. Muss ich mehr sagen?!

Bei all dem Negativen bleibt ein Punkt, der die meisten anderen um Längen schlägt - die Steuerung des Skaters auf dem Board. Auch hier hat sich an der Grundsteuerung im Vergleich zu Skate nichts verändert, im Grunde sind wie schon erwähnt nur einige Funktionen hinzu gekommen, wie Grabgrinds, Hantplants, Footplants und Fingerflips. Das macht die Steuerung zwar etwas umfangreicher, aber ist im Prinzip nicht so wild, wenn man ein wenig Übung hat. Die Flick-it Steuerung kann einfach alles und verdeutlicht, mit wie wenig innovationsaufwand man so viel für ein Spiel erreichen kann.
Neu ist auch, dass man durch das Anrufen bestimmter Charakter die Möglichkeit bekommt einige Spots erst Skatebar zu machen. So kann man z.B. Big Black anrufen, der einem die MongoCorp Jungs wenigstens insofern vom Hals hält, dass diese einen nicht mehr vom Board schubsen. Nachteil des ganzen ist. Sie stehen immer noch im Weg und Big Black gibt sich größte Mühe es ihnen gleichzutun. Trotzdem hat er für mich im Spiel einige Challenges erst ermöglicht. Für 500$ könnt ihr seine Hilfe über das Telefon in Anspruch nehmen. Außer Big Black habt ihr noch die Möglichkeit Sammy zu rufen, die euch Pools und Brunnen trockenlegt, damit ihr sie skaten könnt und Mikey, der euch sämtliche Hindernisse aus dem Weg räumt, die an einigen Geländern und Ledges das Grinden schwer machen. Auch diese Dienste kosten Geld, sind aber in manchen Situationen viel mehr wert als sie kosten und können euch das Leben ungemein erleichtern.
Zuguter Letzt ist da noch der Freeskate-Modus, in diesem kann man sich alleine oder mit Freunden an bestimmten Spots der Stadt vergnügen und einfach so vor sich hin skaten. Wer ein bisschen mehr Action möchte kann eine der 149 Freeskate-Challenges vorschlagen, die meist im Team gelöst werden müssen Simultantricks oder das gemeinsame erreichen einer bestimmten Punktzahl sind genauso Bestandteil wie Tricklisten, die von der Gruppe abgehakt werden müssen. Eine schöne Neuerung, wie ich finde. Ein weiterer neuer Online-Modus ist die Hall of Meat bei dem man den spektakulärsten Sturz mit den meisten Knochenbrüchen hinlegen muss um zu gewinnen. Die anderen Modi sind aus Skate. übernommen. Spot Battle, Best Trick, Jam, Death Race und S.K.A.T.E. bei denen man sich je nach Präferenz mit den anderen Spielern Deutschlands messen kann. Ja, ihr habt richtig gelesen. In Skate 2 könnt ihr Online nur noch gegen deutsche Spieler spielen. Das ist auf der einen Seite ganz positiv, weil man kaum noch Lags hat, hat aber auf der anderen Seite den Nachteil, dass man leider oft gegen die gleichen Leute spielt und läßt befürchten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis man niemanden mehr zum spielen findet.
Insgesamt läßt sich aber sagen, dass das Gameplay von Skate 2 dem aus dem ersten Teil bis auf einige Ergänzungen gleicht und daher natürlich auch dieses Mal bis auf die schon erwähnten Schwächen genial ist.
…Wie ist der Sound - gut?
Die Sounddesigner haben bei diesem Spiel wohl nicht so viel zu tun gehabt, da die meistens Sounds allem Anschein nach mit dem Vorgänger übereinstimmen. Grundsätzlich ist das aber absolut in Ordnung, weil sich der Sound eines Skateboards in nächster Zukunft wohl nicht ändern wird. Was noch ganz witzig ist, ist dass die Leute, die sich auf den Strassen von New San Vanelona bewegen telefonieren oder sich miteinander unterhalten. Diese Unterhaltungen sind zwar Teilweise ganz witzig, allerdings wiederholen sie sich auch schnell und dann wird es manchmal ein bisschen nervend. Zum Soundtrack brauche ich wohl nicht viel zu sagen, wenn klar ist, dass Skate 2 von Publisher EA ist. Eine Mischung aus Rock, Pop R&B und Soul begleitet euch auf euren Touren durch die Stadt und diese Mischung ist wie immer sehr gut. Bis jetzt habe ich kaum ein EA-Spiel gesehen, bei dem der Sound schlecht war. Schlechte Spiele bestimmt, aber schlechte Soundtracks…?
Das sporadische Einfrieren des Spiels, besonders bei Online-Events oder vor bzw. unmittelbar nach Beendigung einer Challange, trüben leider die allgemeine Begeisterung für das Spiel und haben mich des öfteren gezwungen eine Challange noch einmal zu machen. Das das bei manchen Challenges kein Spaß ist, könnt ihr euch denken.
…und? Wie sieht es aus…?
Die Grafik ist der vom Prequel Skate. sehr ähnlich. Es gibt etwas mehr Details an Gebäudewänden, Mauern und Bäumen, aber im großen und ganzen hat sich optisch in der Stadt nicht viel getan. Trotzdem findet sich hier kein wirklicher Grund zu Klage. Das Spiel wirkt grafisch sehr rund und es macht Spaß durch die Stadt zu skaten. Was außerdem positiv auffällt ist das Sunflare, dass entsteht, wenn die Linse eines Objektivs in einem bestimmten Winkel zu einer Lichtquelle in diesem Fall der Sonne steht Dadurch entsteht in manchen Situationen eine nahezu realistische Optik. Fehler in der Grafik fallen nicht auf. Das einzige, was leider sehr auffällt ist, dass die Texturen manchmal nach dem Start einer Challange oder eines Onlinegames erst sehr spät dargestellt werden. Das ist etwas schade, stört aber im Spielfluss in der Regel nicht.
Erfreulich ist, dass man jetzt sehen kann, dass sich der Skater mal auf die F…. Nase gelegt hat. Schürfwunden und schmutzige Kleidung sind stumme Zeugen eures letzten Sturzes.
Zusätzlich wurde für alle Kreativen, die Möglichkeit integriert sich eigene Designs für Skateboards, Mützen und T-Shirts zu erstellen. Mit dem Online Graphics Creator LINK könnt ihr mit den Vorgegebenen Formen und Farben euer persönliches Custom Board erstellen und ans Spiel schicken. Eine, wie ich finde schöne Idee, wenn auch in einem solchen Spiel nicht elementar wichtig.
Technik die begeistert…?!
Schön wärs! Von der technischen Warte aus gesehen ist Skate 2 eine mittlere Katastrophe. Ich habe noch nie so viele Glitches und Bugs in einem Spiel gesehen. Spielmodi, wie “Hall of Meat” machen Teilweise überhaupt keinen Sinn mehr, da man mit einer bestimmten Tastenkombination dafür sorgen kann, dass der Skater aus dem Stand (!) bis zu 50m weit in die Luft geschleudert wird. Genauso, wie er durch eine andere Kombination nach einem Revert vom Board geschleudert wird, was zwar ganz witzig aussieht, aber dementsprechend die Punkte bei einem “Hall of Meat”-Event für den jeweiligen Spieler in astronomische Höhen treibt, die durch ein reguläres Spielen nicht mehr zu überwinden sind.
Aber alles in allem O.K., oder?
Ja definitiv. Skate 2 ist wie seiner Zeit sein Vorgänger das beste Skate-Game ever. Durch die Implemetierung zusätzlicher Funktionen und unglaublich tiefe Drops von Staudämmen und Schildern das extrem gute Vermitteln von Geschwindigkeit nach einem solchen Drop machen das Spiel immer wieder zu einem Highlight. Für jemaden, der Skate. nicht kennt ist das Spiel allerdings Stellenweise eine kleine Achterbahnfahrt der Gefühle, den Manche Challenges waren selbst für mich, der Skate. bis zuletzt intensiv gespielt hat ein wirklicher Nervenkrieg. Wenn man aber alles zusammen nimmt. Sound, Gameplay und Grafik, dann stellt man schnell fest, dass man es hier mit einem Spiel zu tun hat, dass durchaus seine Mankos hat, aber vom Grundgedanken und seiner Umsetzung kaum besser hätte sein können (wenn man die Glitches außen vor läßt).
Meine Empfehlung: Wer Skate-Spiele mag, wird Skate 2 lieben und sollte daher sofort zuschlagen. Diejenigen unter euch, die ein dünnes Nervenkostüm haben, sollten sich vielleicht erst einmal mit der Demo auseinandersetzen oder mit Skate. anfangen, dass es Teilweise schon für 20 € und weniger zu erstehen gibt und euch langsam und ohne allzugroße nervlichen Verluste an das Gameplay heranführt.
Meine Wertung auf einer Richterskala von 1-10 ist, aufgrund der genannten Mankos die sich gerade beim Gameplay zeigen, eine 8,5
1 Comment
Danke für den Review!
Die Demo hat mir sehr gefallen und ich möchte mir das Spiel auf jeden fall zulegen.
Allein der Modus Hall of Meat macht mit Freunden einfach nur Bock!
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